Inhaltsverzeichnis

1.      Einleitung

Jeder zweite Bundesbürger ist übergewichtig, etwa 16 % der Bundesbürger sind als adipös zu bezeichnen (Klör, 1998). Übergewicht und Adipositas stellen die Hauptursache für Diabetes Mellitus vom Typ 2, Hypertonie und ateriosklerotische Erkrankungen dar. Die Kosten des Gesundheitssystems, die für diese Folgeerkrankungen der Adipositas aufgebracht werden, sind erheblich und machen einen zweistelligen Milliardenbetrag aus (Wirth, 1997).

Mit Anfeindungen aus ihrer Umwelt konfrontiert, Vorurteilen belegt und oftmals sozial benachteiligt, beispielsweise bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, weisen adipöse Personen einen erheblichen Leidensdruck auf. Darüber hinaus empfinden sich viele Adipöse aufgrund ihrer Körpererscheinung als äußerlich unattraktiv.

Aus gesundheitlichen Gründen ist bei Adipösen eine Gewichtsabnahme indiziert. Auch  die Betroffenen selbst wollen abnehmen. Dabei haben die meisten der Adipösen die Erfahrung gemacht, daß einer selbständig durchgeführten Gewichtsabnahme eine rasche Gewichtswiederzunahme folgt.

Durch die Analyse der relevanten Literatur soll die Effektivität  der verhaltenstherapeutischen Adipositasbehandlung untersucht und Möglichkeiten ihrer  Weiterentwicklung dargestellt werden. Eine große Metaanalyse, die einen Vergleich mit chirurgischen und pharmakologischen Maßnahmen mit einschließt, wäre im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich gewesen, insbesondere da auch in vielen Studien die empirischen Daten (Streuungswerte) für ein solches Vorhaben nicht berichtet werden.

In Kapitel 2 wird eine Definition für die Adipositas gegeben. Neben den Methoden der Bestimmung des Fettanteils werden die Grenzwerte angegeben, ab denen man von einer Adipositas spricht.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Ätiologie der Adipositas. Nach einer Darstellung der genetischen Aspekte, die in der Adipositas eine Rolle spielen, werden die ätiologischen Faktoren, die für eine erhöhte Energiezufuhr und für einen verminderten Energieverbrauch verantwortlich gemacht werden können, dargestellt. Die Erläuterung der "Set-Point"-Theorie schließt dieses Kapitel ab.

In Kapitel 4 werden schließlich die Annahmen, Ziele und Kennzeichen der verhaltenstherapeutischen Adipositasbehandlung erläutert.

Kapitel 5 nimmt einen breiten Raum ein. Hier werden die einzelnen verhaltenstherapeutischen Komponenten der Adipositastherapie beschrieben. Die verschiedenen Varianten der einzelnen Strategien werden dargestellt und Untersuchungen genannt, die Rückschlüsse auf ihre Wirksamkeit ermöglichen. Dadurch werden die effektive Vorgehensweisen sichtbar, die man in Therapie bevorzugt verwenden kann.

Danach wird in Kapitel 6 über Studien berichtet, die Aufschluß über die Effektivität der verhaltenstherapeutischen Adipositasprogramme geben sollen. Hierbei wird eine Aufteilung in kurz- und langfristige Gewichtsabnahmen vorgenommen. Zwei unterschiedliche programmatische Vorgehensweisen werden vorgestellt: eine verhaltenstherapeutische Behandlung in Kombination mit einer 1200 kcal/Tag Diät und ein verhaltenstherapeutisches Programm mit einer Diät, die dem Klienten 400 - 600 kcal pro Tag zur Verfügung stellt. Die Darstellung von Vergleichsstudien, die beide Vorgehensweisen in einer Untersuchung realisierten, schließen das Kapitel ab.

Gewichtserhaltungstrategien, die sich der eigentlichen Adipositasbehandlung anschließen, spielen bei der Erzielung langfristiger Gewichtsabnahmen eine wichtige Rolle. Der Stand der Entwicklung dieser Strategien und deren Effektivität werden in Kapitel 7 erläutert.

In Kapitel 8 und 9 wird über die Erfolge der pharmakologischen und chirurgischen Behandlung der Adipositas berichtet. Dadurch wird eine weitere Beurteilung der Effektivität  der verhaltenstherapeutischen Programme ermöglicht.

Viele Adipöse weisen Eßanfälle auf, die im Rahmen eines verhaltenstherapeutischen Adipositasprogramms behandelt werden. Es besteht die Annahme, daß einem Gewichtsabnahmeprogramm die Behandlung der Eßanfälle vorausgehen sollte. Die Effektivität der entsprechen-den  Vorgehensweisen und die Erfolge der sich daran anschließenden verhaltenstherapeuti-schen Adipositasbehandlung werden in Kapitel 10 genannt.

Mögliche Indikationskriterien, auf deren Basis Patienten einer spezifischen Behandlung zugewiesen werden, mit dem Ziel, dem einzelnen Patienten eine adäquate Behandlung zu ermöglichen, werden in Kapitel 11 dargestellt.

In Kapitel 12 werden Vorschläge für eine effektivere Behandlung unterbreitet. Diese beziehen sich auf die Verbesserung einzelner therapeutischer Komponenten, auf die Gewichtserhaltungsstrategien sowie auf weitere relevante Aspekte der Adipositasbehandlung.

Diese Arbeit endet mit Kapitel 13, in dem eine abschließende Beurteilung der verhaltenstherapeutischen Adipositasbehandlung gegeben wird.

 

 

 

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