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Magenband

Bei schwerer Adipositas (bei einem BMI über 40) und wiederholtem Scheitern einer klassischen Diätmaßnahme kann als operative Maßnahme die Anwendung eines Magenbandes (gastric banding) indiziert sein. Der Vorteil gegenüber anderen operativen Maßnahmen bei Adipositas ist, dass beim Magenband der Magen nicht operativ verändert wird und das Band zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt werden kann.

Die "International Federation for the surgery of Obesity" hat Leitlinien für die Indikation operativer Maßnahmen bei Adipositas - worunter natürlich auch das Einsetzen von einem Magenband gehört - entwickelt:

  • Morbide Adipositas mit BMI > 40 kg/m² oder ≥ 40 kg Übergewicht
  • Mehrere erfolglose konservative Therapieversuche unter ärztlicher Aufsicht
  • 3. Ausgeprägtes metabolisches Syndrom
  • 4. Alter zwischen 18 und 60 Jahren

Weiterhin entwickelte die Gesellschaft einige Faktoren, die als Kontraindikation anzusehen sind. Hier sollte also kein Magenband eingesetzt werden:

  • Psychiatrische Erkrankungen
  • Endokrinologische Ursachen der Adipositas
  • Dauertherapie mit Kortikosteroiden und Salizylaten
  • Suchterkrankungen (z.B. Alkohol, Drogen)
  • Fehlende Compliance des Patienten
  • Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltrakts
  • Malignome, Morbus Boeck

 

1. Operation

Bei der Operation wird ein Band aus Silikon unterhalb der Kardia um den Magen gelegt, wodurch ein kleiner Vormagen entsteht, der vom restlichen Magen nun getrennt ist. Verbunden ist der neu entstandene Vormagen und der Restmagen durch eine noch vorhandene Öffnung, die ca. 1cm groß ist.
Der operative Eingriff findet immer unter Vollnarkose statt. Nach der Operation ist noch ein stationärer Aufenthalt notwendig (2 Tage bis 2 Wochen).

 

2.Prinzip

Bei der Nahrungsaufnahme gelangen die Speisen nun in diesen kleinen Vormagen und lösen relativ rasch ein Sättigungsgefühl aus. Sinn und Zweck des Bandes ist, dass aufgrund des deutlich verringerten Magenvolumens recht schnell ein Sättigungsgefühl ausgelöst wird und die Patienten dadurch weniger essen.

Nach der Operation wird von dem Patienten eine gute Kooperationsbereitschaft gefordert. Wichtig ist, dass dieser die Speisen der Nahrungsaufnahme gut zerkaut und kleine Mahlzeiten zu sich nimmt.

 

3. Effektivität

Die Anwendung des Magenbandes ist sehr effektiv. Bei fast allen Patienten gelingen sehr gute Gewichtsabnahmen. In einigen Publikationen wird von einer 40-60 prozentigen Verringerung ausgegangen.

In einer schweizer Studie (Neaf et al. 2007) konnte gezeigt werden, dass sich der BMI über einen Zeitraum von 5 Jahren von 44,5 kg/m2 auf 31,8 kg/m2 verringerte. Über einen noch längeren Zeitraum von insgesamt 11 Jahren untersuchten die italienischen Wissenschaftler um Favretti die Effektivität des Magenbandes. Sie registrierten eine Reduzierung des BMI von von 46,2 kg/m2 auf 37,7 kg/m2 11 Jahre später.

Carey, Pliego und Raymond (2006) untersuchten die Reduzierung der fettfreien Masse nach dem chirurgischen Eingriff. Zwölf Monate nach der Operation kam es zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 50,9 kg, wobei sich die Fettmasse um 38 kg und fettfreie Masse um ca. 13 kg reduzierte.

 

4. Komplikationen

Es kann zum u.a. zum Verrutschen des Magenbandes kommen, sodass ein erneuter Eingriff notwendig wird, um das Magenband wieder richtig zu positionieren.

Neaf et al. (2007) konnten an ihrer Patientengruppe zeigen, dass über einen Zeitraum von 5 Jahren bei 11,7 Prozent aufgrund von Komplikationen Reoperationen durchgeführt werden mussten

 

 

5. Sonstiges

Kostenübernahme - Krankenkasse

Nicht immer übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Operation. Eine Magenbandoperation wird als letzte Therapiemöglichkeit bei schwerer Adipositas angesehen. Zuvor seien medizinisch-psychologisch begleitete Gewichtsabnahmeprogramme indiziert.

 

Links zum Thema:

http://www.magenband.de
http://www.adipositas-nord.de/magenband.htm

 

Quellen:

Carey, DG, Pliego, GJ, Raymond, RL. (2006). Body composition and metabolic changes following bariatric surgery: effects on fat mas, lean mass and basal metabolic rate: six months to one- year follow up. Obesity Surgery, 16, 1602-1608.

Favretti, F., Segato, G., Ashton, D., Busetto, L., De Luca, M., Mazza, M., Ceoloni, A., Banzato, O., Calo, E. & Enzi, G. (2007). Laparoscopic adjustale gstric banding in 1791 consecutive obese patients: 12-year results. Obesity surgery. 17. 168-175.

Naef, M., Neaf, U., Mouton, W. & Wagner, H.E. (2007). Outcome and complications after laparoscopic swedish adjustable gastric banding: 5-year results of a prospective clinical trial. Obesity surgery. 17. 195-201.

 

 

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