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30.03.2006 Verkürzter Nachtschlaf verstärkt Übergewichtsrisiko bei Kindern

In einer Studie haben kanadische Forscher einen deutlichen Zusammenhang zwischen reduzierter Schlafdauer und erhöhtem Übergewichtsrisiko festgestellt. Das Team um Jean-Philippe Chaput, Marc Brunet und Angelo Tremblay wies bei Kindern, die täglich weniger als 10 Stunden Schlaf erhielten, eine 3,5 fach erhöhte Wahrscheinlichkeit für Übergewicht als bei ihren Altersgenossen, die täglich mindestens 12 Stunden schliefen, nach.
Insgesamt untersuchten die Forscher 422 Schüler im Alter von 5 bis 10 Jahren. Erfasst wurden dabei die Variablen Gewicht, Größe und Taillengröße; weiterhin wurden Lebensweise und sozioökonomische Status der Familien erfasst.

Insgesamt wurden 20 Prozent der Jungen und 24 Prozent der Mädchen als übergewichtig eingestuft. Die Variable Schlafdauer zeigte dabei den höchsten Einfluss auf das Körpergewicht der Kinder.
Tremblay erklärt dieses Ergebnis mit unterschiedlicher Hormonproduktion: So werde bei reduziertem Schlaf weniger Leptin produziert, welches Hungergefühle abschwächt und den Stoffwechsel anregt. Dagegen steigt die Produktion des Hormons Ghrelin an, welches ein erhöhtes Hungergefühl hervorruft.
Die Forscher weisen in ihrer Pressemitteilung darauf hin, dass sich in den vergangenen 40 Jahren der Anteil adipöser Menschen in der Bevölkerung verdoppelt hat, während sich die durchschnittliche Schlafdauer um 1-2 Stunden reduzierte. Auch hat sich die Zahl der Jugendlichen, die täglich weniger als 7 Stunden Schlaf erhalten, in diesem Zeitraum von 16 auf 37 Prozent erhöht. Tremblay empfiehlt, bei Kindern eine genügend lange Schlafdauer sicherzustellen.
Die Studie ist auch nachzulesen im International Journal of Obesity.

Link: http://www.eurekalert.org/
        http://www.nature.com

Quelle: überarbeitete Pressemitteilung

(30.3.2006 BK)

 

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