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Selbstbeobachtung als Erfolgsfaktor für Gewichtsabnahme bei adipösen Kindern aus sozial schwachen Familien

Unter Selbstbeobachtung versteht man die systematische Beobachtung und Erfassung der eigenen Verhaltensziele eines Patienten, wodurch das gewünschte Verhalten im Durchschnitt häufiger gezeigt wird und unerwünschtes Verhalten sich verringert. Selbstbeobachtung stellt in der Verhaltenstherapie eine wichtige therapeutische Technik dar, die in sehr vielen Behandlungen unterschiedlichster Störungen eingesetzt wird.

Selbstbeobachtung als Faktor für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme bei Kindern wurde bereits in früheren Studien mit Probanden der Mittel- und Oberschicht nachgewiesen. Ein amerikanisches Forscherteam der University of Chicago hat nun untersucht, ob Selbstbeobachtung auch bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen, die in sozial schwachen Familien aufwachsen und überdurchschnittlich häufig an Adipositas erkranken, eine Rolle spielt.

Bei der Studie wurden 342 Kinder und Jugendliche mit Adipositas untersucht, das Durchschnittsalter lag bei 13 Jahren. Die Forscher teilten die Probanden in zwei Gruppen: Eine Gruppe, die intensive Selbstbeobachtung praktizierte (> 3,5 Tage/ Woche) und eine Gruppe, die das eigene Gewichtsabnahmeverhalten wenig beobachtete (< 3,5 Tage/ Woche). Auch wurde einbezogen, ob die Eltern bei sich selbst Selbstkontrolle praktizierten. So verpflichteten sich die Eltern durch eine Unterschrift zu Studienbeginn, im ersten Monat der Untersuchung Selbstbeobachtung durchzuführen.

Es zeigte sich, dass die Gruppe, die an mehr als 3,5 Tagen Selbstbeobachtung durchführte, über einen Zeitraum von drei bzw. sechs Monaten signifikant an Gewicht verlor. Führten die Eltern Selbstbeobachtung durch, motivierte dies die Kinder verstärkt, dies auch zu tun.
Allerdings realisierten nur 20,7% der Eltern das Selbstbeobachtungsverhalten, zu dem sie sich zu Studienbeginn verpflichtet hatten. Kinder, deren Eltern keine Selbstbeobachtung praktiziert hatten, verloren in den ersten drei Studienmonaten nicht signikant an Gewicht; hielten sich die Eltern an die Vereinbarung, zeigte sich bei den Kindern eine signifante Gewichtsabnahme.

Obwohl das Health Belief Model besagt, dass einkommensschwächere Familien hoch strukturierten Programmen schwieriger zugänglich sind und eine geringere Bereitschaft zur Teilnahme an solchen besteht, konnte auch bei dieser Klientengruppe Selbstbeobachtung als ein primärer Erfolgsfaktor bei Gewichtsabnahmeprogrammen für Kinder identifiziert werden.

 

Quelle:
German, J.D.; Kirschenbaum, D.S.; Rich, B.H. (2006). Participant and Parental Self-Monitoring as Determinants of Success in the Treatment of Morbid Obesity in Low-Income Minority Children. Journal of Pediatric Psychology. In Vorbereitung.

Link:
http://jpepsy.oxfordjournals.org/

(03.07.2006 RM)

 

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