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Umfassendes Gewichtsabnahmeprogramm zeigt keine Effekte bei Kindern unter 15 Jahren Wissenschaftler von der Humboldt-Universität in Berlin untersuchten das Interventionsprogramm S.T.E.P.S., das für übergewichtige und adipöse Kinder entwickelt wurde, bezüglich seiner Effektivität S.T.E.P.S stellt die Abkürzung für Selbststeuerungs-Trainings- und Ernährungs-Programm mit Spaß dar. Es handelt sich bei dem Programm um einen integrativen Interventionsansatz mit den Zielen, sich langfristig ein ausgewogenes Ernährungsverhalten anzueignen, körperliche Aktivität im Alltag zu fördern und ein Training, sich selbst besser kontrollieren zu können, dass die Wissenschaftler Knisel, Ziegler, Lezinsky und Strang als Selbststeuerungstraining bezeichnen. Das in der Studie umgesetzte Selbststeuerungstraining wurde im Einzelsetting verwirklicht, in denen die Themen Zielbildung, konkrete Absichtsbildung und Entwicklung eines Handlungsplanes und Rückfallprophylaxe bearbeitet wurden. Insgesamt wurden die Inhalte an 24 Gesprächsterminen trainiert. Die Ernährungsberatung und das Bewegungsprogramm wurden jeweils im Gruppensetting realisiert und umfassten 14 respektive 65 Treffen. Das Bewegungsprogramm fand zweimal in der Woche statt.
An der Studie nahmen 39 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren teil, wobei das Durchschnitttsalter 14,38 Jahre betrug und der durchschnittliche BMI bei 30,04 kg/m2 lag. Die Ergebnisse waren etwas überraschend, da sich deutliche Alterseffekte zeigten. So verringerte sich bei den älteren Studienteilnehmern, die 15 Jahre und älter waren, durch die durchgeführten Maßnahmen der BMI von 34,26 auf 28,04, wohingegen bei den jüngeren Teilnehmern sich der BMI von 29,8 auf 30,2 erhöhte. In den jeweils gebildeteten Kontrollgruppen zeigten sich jeweils schlechtere Ergebnisse. Die gefundenen Alterseffekte lassen vermuten, dass das Selbststeuerungstraining nur bei älteren Jugendlichen wirksam ist, da jüngere vermutlich noch nicht die kognitive Reife aufweisen, eine ausreichende Selbstkontrolle durchzuführen. Eine Diät wurde im Rahmen der Studie nicht verordnet und auch nicht überprüft, ob diese stattfindet. Die Ergebnisse zeigen, dass bei jüngeren Teilnehmern ein professionell durchgeführtes Bewegungsprogramm und eine Ernährungsberatung nicht ausreichend sind, um Gewichtsabnahmen zu erzielen. Die Erklärung für den Alterseffekt liegt wahrscheinlich darin, dass Kinder unter 15 Jahre noch mehr externale Kontrolle benötigen, um erwünschte Verhaltensweisen - wie zum Beispiel eine ausgewogenere Ernährung - in den Alltag umzusetzen und Informationsangebote mit appellativem Charakter bei dieser Altersgruppe nicht ausreichen.
Quelle:
(17.04.2007 RM))
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