Überblick

 

 

Geringe Effektivität von Bewegungsprogrammen in der Adipositasprävention

Prof. Wareham von den Elsie Widdowson Laboratories in Cambridge postuliert, dass sich in den letzten Jahrzehnten die körperliche Aktivität stark verringert habe und der damit einhergehende verringerte Energieverbrauch als wichtiger ätiologischer Faktor angesehen werden muss. Wareham verweist auf den im Vergleich zu den 60er Jahren stark ansteigenden Fernsehkonsum, die Zunahme an Zweitwagen, zahlreichen elektrischen Haushaltsgeräten und die Abnahme von körperlicher Beanspruchung im Arbeitsleben.

Warehams Hypothese spiegele sich jedoch nicht in den Ergebnissen aktueller Studien wieder. Dies liege nach Ansicht des Professors an unzureichenden Messinstrumenten zur Erfassung der körperlichen Aktivität (z.B. Fragebögen) und daran, dass Studien über sehr lange Zeiträume fehlten, die seiner Meinung nach aussagekräftiger seien.

Wareham interessiert sich im Rahmen seines insgesamt lesenswerten Überblicksartikels insbesondere für Präventionsmöglichkeiten der Adipositas durch eine vermehrte körperliche Aktivität.

Die Anzahl der Studien, die die Effektivität der körperlichen Aktivität als Präventionsstrategie bei Adipositas untersuchen, ist sehr gering, im Gegensatz zu den Studien, die die körperliche Aktivität als Gewichtsabnahmestrategie untersuchen. Nach Wareham zeigen Studien bei Erwachsenen, die diese Fragestellung untersuchten, nur insgesamt schwache Effekte in der gewünschten Richtung. Genauere Daten liefert Wareham über Präventionsstudien bei Kindern. Hier identifizierte Wareham 11 Studien, die die Effektivität von vermehrter körperlicher Aktivität im Rahmen von Präventionsprojekten untersuchen. Von diesen 11 Studien waren 9 schulbasierte Interventionsstudien und zwei Studien setzten auf eine entsprechende Verhaltensänderung innerhalb der Familien. Nur in 3 Studien konnten die erhofften Effekte gefunden werden, die jedoch eher schwach waren. In 2 Studien zeigten sich signifikante Effekte nur bei Jungen.

Insgesamt konnte in der überwiegenden Anzahl der Studien festgestellt werden, dass sich die Kinder durch die Maßnahmen wohl mehr bewegten, dies sich jedoch nicht bzw. nur sehr schwach auf das Körpergewicht auswirkte. Weiterhin zeigte sich die Tendenz, dass schulbasierte Programme familienorientierten Interventionen überlegen waren.

 

Quelle:
Wareham, N. (2007). Physical activity and obesity prevention. Obesity reviews. 8. 109-114.

Link:
http://www.blackwell-synergy.com/loi/obr

 

(06.06.2007 RM))

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