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Prof. Ristow sieht in Dysfunktion von Mitochondrien mögliche Ursache für Übergewicht

Prof. Ristow von der Friedrich-Schiller-Universität in Potsdam hat in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (USA) ein spektakuläres Ergebnis seiner Forschung veröffentlicht und damit die Frage beantwortet, warum die gleiche Kalorienzufuhr bei manchen Personen zu Übergewicht führt und warum andere nicht an Gewicht zunehmen. Ristow sieht eine Störung der Mitochondrien für dieses Phänomen verantwortlich. Mitochondrien sind die sogenannten Kraftwerke der Zelle und befinden sich in jeder Körperzelle des Menschen. Sie sind für die Bereitstellung von kurzfristig verfügbarer Energie verantwortlich und wandeln hierzu die mit der Nahrung aufgenommenen Zucker und Fette so um, dass diese von der Zelle verbrannt werden können.

Ein Forscherteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam und der Universität Jena um Professor Michael Ristow hat nun untersucht, welche Auswirkungen eine leichte Unterfunktion dieser Kraftwerke auf Mäuse hat. Die Forscher konnten nun zeigen, dass diese Unterversorgung dazu führt, dass die Mäuse deutlich übergewichtig werden,

ohne mehr zu fressen oder sich weniger zu bewegen. "Das Überraschende an den Daten war", so Ristow, "dass diese Mäuse mit Unterfunktion nur dann übergewichtig wurden, wenn sie eine ungesunde, kalorienreiche Diät fraßen. Die gleichen Mäuse blieben dagegen bei einer gesunden, ballaststoffreichen Ernährung genauso schlank wie ihre gesunden Geschwister."

"Es ist bekannt", so der Jenaer Lehrstuhlinhaber für Humanernährung weiter, "dass unsere Mitochondrien mit zunehmendem Alter immer inaktiver werden. Das könnte erklären, warum wir mit den Jahren immer dicker werden, obwohl wir sogar weniger essen, als wir es als Jugendliche getan haben." Diese Abnahme der Mitochondrien-Aktivität sei vor allem durch Ausdauersport aufzuhalten; entsprechend wirksame Medikamente seien erst in der Entwicklungsphase.

Prof. Ristow konnte mit seiner Studie zeigen, dass eine gezielte Beeinträchtigung der Mitochondrienfunktion in Mäusen dazu führt, dass überschüssige Nahrungskalorien unvollständig verbrannt und statt dessen als Fettgewebe abgelagert werden.

 

Quelle:
überarbeitete Pressemitteilung

Link:
http://idw-online.de/pages/de/news202464

 

 

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(19.06.2007 RM))

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