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Essverhalten von Müttern zeigt deutlichen Einfluss auf das Essverhalten ihrer Kinder

Ein wichtiger ätiologischer Faktor der Adipositas stellt die erhöhte Kalorienzufuhr dar. Hier interessieren sich Forscher dafür, welche Ursachen für das entsprechende Essverhalten verantwortlich sind. Verschiedene Faktoren sind dabei denkbar. So könnte elterliches Essverhalten im Sinne von Modelllernen für das Essverhalten der Kinder verantwortlich sein oder auch das Vorhandensein von hochkalorischen Lebensmitteln zu Hause eine erhöhte Kalorienzufuhr zur Folge haben. Die gemeinsame wie auch die getrennten Einnahme von Mahlzeiten innerhalb der Familien könnten weitere ursächliche Faktoren darstellen.

Forscher aus Australien nahmen sich nun dieser Thematik an. Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen der Esskultur in den Familien und Essverhaltensweisen bzw. Faktoren bei 12 bis 13jährigen Jugendlichen, von denen angenommen wurde, dass sie eine Adipositas unterstützen. An der Studie der Wissenschaftler Campbell, Crawford, Salmon, Carver, Garnett und Baur nahmen 347 Jugendliche mit ihren Eltern teil. Das Essverhalten, die

Nahrungsmittelauswahl und die Essensmenge der Kinder und Eltern wurde mittels Fragebögen und eines halbstrukturierten Interviews erhoben. Unter anderem wurde der Fernsehkonsum, das Vorhandensein gesunder bzw. hochkalorischer Lebensmittel zu Hause, die Qualität der Beziehung der Jugendlichen zu ihren Eltern, die Anzahl der Auseinandersetzungen innerhalb der Familie und der Grad der Intensität, in der sich Eltern um die Ernährung ihrer Kindern kümmern, als mögliche Auslöser für eine erhöhte Kalorienzufuhr erhoben.

Die Auswertungen der Fragebögen brachten zu Tage, dass Jungen im Vergleich zu Mädchen mehr Süßigkeiten und Snacks zu sich nahmen. Weiterhin zeigte sich ein erhöhter Konsum von Softdrinks bei Jungen, deren Eltern ein autoritären Erziehungsstil aufwiesen bzw. wenn die Mütter der Jungen ebenfalls häufig hochkalorische Getränke konsumierten. Der Konsum von hochkalorischen Getränken bei Mädchen korrelierte positiv mit dem Vorhandensein von Junkfood zu Hause und einem vermehrten Konsum von Softdrinks bei den Vätern. Auch wirkte sich hoher Konsum von süßen Snacks von Müttern auf den Snackkonsum ihrer Söhne aus. Ein erhöhter Snackkonsum bei den Jungen zeigte sich auch, wenn die Küche nicht auf die Zubereitung von Mahlzeiten ausgerichtet war.

Insgesamt zeigte sich ein sehr deutlicher Einfluss des Essverhaltens der Eltern und insbesondere der Mütter auf das Essverhalten ihrer Kinder. Daraus ergibt sich für Präventionsmaßnahmen, dass diese auch das Essverhalten der Eltern und den Essensstil innerhalb der Familien berücksichtigen sollten.

 

Quelle:
Campbell, K.J., Crawford, D.A., Salmon, J., Carver, A., Garnett, S.P. & Baur, LA. (2007). Association between the home food environment and obesity-promoting eating behaviors in adolescence. Obesity. 15. 719-730.

 

 

Empfehlungen Fachliteratur
Adipositas bei Kindern

Reinehr et al.
(2003). Therapie der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Das Adipositas-Schulungsprogramm OBELDICKS

Laessle et al. (2001). Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Basiswissen und Therapie
Grundlagen - Ätiologie und Therapie
Pudel, V. (2003). Adipositas.
Wechsler, J. (2003). Adipositas. Ursachen und Therapie
 

 

(19.06.2007 RM))

 

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