Überblick

Adipositas
 online

 

Zusammenhang von Proteinzufuhr im Kindesalter mit späterem Risiko für Adipositas

 Auf der Suche nach den Ursachen für den seit Jahren kontinuierlichen Anstieg der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen, werden zunehmend mögliche Einflüsse sowohl der pränatalen Ernährung als auch der Ernährung in der Säuglingsphase sowie in der frühen Kindheit diskutiert. Hierbei kommt aufgrund von bisher vorliegenden Befunden der täglichen Proteinaufnahme eine zentrale Bedeutung zu. Die sogenannte "early protein hypothesis" besagt, dass eine hohe, über dem metabolischen Bedarf liegende Proteinzufuhr in der frühen Lebensphase hormonale Regulationsmechanismen und den Stoffwechsel so programmiert, dass später mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Übergewicht beziehungsweise eine Adipositas auftreten. Beim Kongress „Ernährung 2010“  in Leipzig hat das Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V. (IDE) seinen Förderpreis an Dr. Anke Günther von der Hochschule Fulda für ihre Forschungen in diesem Bereich verliehen. Dr. Anke Günther hat mittlerweile vier Studien zur "early protein hypothesis" publiziert, deren Ergebnisse hier kurz dargestellt werden:
 
Studie 1: Kinder mit einer hohen Proteinzufuhr im Alter von zwölf Monaten hatten mit sieben Jahren einen höheren prozentualen Körperfettanteil und einen höheren Body-Maß-Index (BMI).

Studie 2: Lag die Proteinzufuhr mit 12 Monaten hoch (im Mittel >14% der Energiezufuhr) und blieb sie bis zum 18.-24.Monat auf diesem hohen Niveau, so fand sich mit sieben Jahren ein mehr als 2-fach erhöhtes Risiko für einen BMI oder einen Körperfettanteil über der 75 Perzentile. Als Ursache für diesen Effekt einer hohen Proteinzufuhr wird eine vermehrte Stimulation der Sekretion von Insulin und des Wachstumsfaktors "insulin-like growth factor-I (IGF-I)" diskutiert.

Studie 3: In Bezug auf unterschiedliche Proteinquellen ergaben die Analysen, dass vor allem eine hohe Zufuhr an tierischem Protein mit 12 Monaten und auch mit 5-6 Jahren, später mit einem höheren Körperfettanteil einher ging.

Studie 4: Die Auswertung von Daten der DONALD-Studie ergab weiterhin, dass eine hohe Aufnahme von tierischem Protein in der mittleren Kindheit (etwa 5-6 Jahre) mit einem früheren Beginn des pubertären Wachstumsspurts, mit einer frühen maximalen Wachstumsgeschwindigkeit, sowie einer früheren Menarche bzw. einem früheren Stimmbruch einher geht. Eine hohe Zufuhr von pflanzlich-em Protein, scheint verzögernd auf den Beginn der Pubertät zu wirken.

Diese Ergebnisse bieten wichtige Ansatzpunkte für Konzepte der frühen primären und sekundären Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen und von damit in Verbindung stehenden gesundheitlichen Entwicklungen.

Quelle:
überarbeitete Pressemitteilung

Link:
http://idw-online.de/de/news375193

(21.07.2010 RM)

 

 

 

 


 Copyright (c) 2009 by www.adipositas-online.de