Überblick

 

Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage zur Adipositasprävention

Die neuen Ergebnisse einer Untersuchung zur Adipositasprävention zeigen das derzeitige Meinungsbild in Bezug auf präventive Maßnahmen bei der Adipositas.  Dieses Projekt wurde als Kooperationsprojekt der Universitäten Marburg und Leipzig durchgeführt.

In einer Telefonumfrage haben Marburger und Leipziger Wissenschaftler untersucht, welches Wissen und Problembewusstsein in der bundesdeutschen Bevölkerung über die Adipositas vorhanden ist und welche Ansätze zur Adipositasprävention Unterstützung finden. Insgesamt 1000 Personen wurden für diese Studie im August 2005 im Auftrag der Universitäten Marburg und Leipzig befragt. 75% der Befragten halten die Adipositas für eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme in Deutschland derzeit. 48% der Befragten sehen Adipositas sogar als Krankheit, während nur 30% dem nicht zustimmen.

Insgesamt treffen viele Maßnahmen zur Adipositasprävention auf deutliche Zustimmung in der bundesdeutschen Bevölkerung: Besonders starke Unterstützung finden Angebote für Kinder, z. B. Unterrichtseinheiten über gesunde Ernährung und Bewegung von den Krankenkassen, freiwillige Bewegungsangebote in den Schulen, oder eine Aufklärung der Eltern, mehr auf ein gesundes Ess- und Bewegungsverhalten ihrer Kinder zu achten (Zustimmung von jeweils über 90% der Befragten).

Als geeignet erachtet werden außerdem Kampagnen über gesundes Ess- und Bewegungsverhalten, Aufklärungskampagnen über die gesundheitlichen Risiken bei Adipositas sowie Kurse über gesunde Ernährung und Bewegung von den Krankenkassen (Zustimmung von jeweils mehr als 80% der Befragten).

Regulierende Maßnahmen wie eine Besteuerung von ungesundem Essen, z. B. von Fast Food, werden hingegen stärker abgelehnt als unterstützt (56% Ablehnung vs. 26% Zustimmung). "Dies zeigt," so Prof. Dr. Elmar Brähler von der Universität Leipzig, "dass die Bevölkerung deutlich zwischen Einschränkungen, die die gesamte Population betreffen würden, und zusätzlichen, z. T. aber auch verpflichtenden Angeboten zur Bewegungssteigerung und Ernährungsumstellung unterscheidet. Auch Fernsehwerbung für ungesundes Essen zu begrenzen oder den Verkauf ungesunder Nahrungsmittel in Schulen zu verbieten, trifft in der Mehrheit nicht auf Zustim-mung."

Wenn es um die Finanzierung der Vorbeugungsmaßnahmen zur Adipositas geht, herrscht ins-gesamt Zurückhaltung: 61% der Befragten sind nicht bereit, zusätzlich etwas zur Vorbeugung der Adipositas auszugeben oder wollen allenfalls bis zu 20 EUR pro Jahr beisteuern. "Dies ist vom Haushaltseinkommen abhängig.", erläutern die Forscher. "Diejenigen mit einem höheren Haushaltseinkommen zeigen eine höhere Bereitschaft, eine Reihe von Maßnahmen zur Adi-positasprävention finanziell zu unterstützen. Hingegen hängt die Befürwortung präventiver Maßnahmen nicht generell vom Haushaltseinkommen ab."

 

Allgemeine Information:

Adipositas, d. h. starkes Übergewicht oder Fettleibigkeit, hat sich in den letzten Jahren zu einem weltweiten Gesundheitsproblem entwickelt. In Deutschland sind gegenwärtig mehr als ein Drittel der Erwachsenen übergewichtig (Body Mass Index 25.0-29.9 kg/m2), weitere 20% sind stark übergewichtig, d. h. adipös (Body Mass Index > 30.0 kg/m2). Bei den Kindern und Jugendlichen sind zurzeit etwa ein Fünftel von Übergewicht oder Adipositas betroffen, wobei ihre Zahl rapide zunimmt.


Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news134024
Weitere Infos:
http://www.staff.uni-marburg.de/~obesity/welcome.html

(04.11.2005  RM) 

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