Überblick-Texte

 

 

Reductil

1. Das Medikament Reductil (verschreibungspflichtig)

Das Medikament Reductil enthält den Wirkstoff Sibutramin und ist verschreibungspflichtig. Die Verschreibepflicht begründet sich durch die mehr oder minder gravierenden Nebenwirkungen des Präparats. Reductil ist nur bei stark übergewichtigen Personen mit einem BMI über 30 bzw. ab einem BMI von 27 bei Vorliegen eines weiteren Risikofaktors wie Diabetes indiziert.

2. Wirkungsweise von Reductil

Während der Nahrungsaufnahme kommt es zu einer Magenausdehnung. Durch Dehnung der Magenwand schütten die Synapsen der Nervenzellen den Botenstoff Serotonin und Noradrenalin aus, die in der Folge zu Sättigungsgefühlen führen. Hier setzt Sibutramin an, indem es dafür sorgt, dass Noradrenalin und Serotonin länger im synaptischen Spalt verbleiben und nicht wieder von den Nervenzellen aufgenommen werden. Sibutramin ist also ein sogenannter Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Durch die vermehrte Anreicherung des Sibutramin im Synaptischen Spalt  setzen Sättigungsgefühle schneller ein bzw. sind intensiver. 
Ein weiterer Wirkmechanismus von Sibutramin ist eine erhöhte Thermogenese des Körpers (Steigerung der Wärmeproduktion), wodurch es zusätzlich zu einem leicht erhöhten Energieverbrauch kommt, der jedoch insgesamt sehr gering ist und von daher vernachlässigt werden kann.

3. Nebenwirkungen von Reductil

Zu den Nebenwirkungen von Reductil gehören Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Weiterhin können Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Taubheitsgefühle vorkommen.
Sibutramin (bzw. Reductil) sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, da es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen kann. Das Medikament darf nicht eingenommen werden bei Überfunktion der Schilddrüse, Angina pectoris, Bluthochdruck, Epilepsie, bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva und Neuroleptika sowie bei Vorhandensein von Herzrhythmusstörungen und Leber- und Nierenfunktionsstörungen.

4. Studien

In einer experimentellen Studie von Lichtenauer und Scherbaum konnten durch eine Behandlung mit Sibutramin mehr als 20 Prozent der adipösen Patienten ihr Gewicht um mehr als 10 Prozent senken. Weitere 55% der Patienten konnten ihr Gewicht um immerhin 5 Prozent senken. Kritisch zu sehen ist, dass es bei einem hohen Prozentsatz der Patienten durch die Einnahme von Sibutramin zu einem Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz kam.

5. Zusammenfassung und Bewertung

Sibutramin kann bei einigen Patienten zu einer Gewichtsabnahme führen. Kritisch zu sehen ist der Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz. Wird eine langfristige Gewichtsabnahme angestrebt, müssen zusätzlich Maßnahmen zur Veränderung des Ess- und Bewegungsverhaltens durchgeführt werden. Aufgrund der Nebenwirkungen und Kontraindikationen sollte Sibutramin nur unter enger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

 

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