Geringerer Bildungsabschluss bei Personen mit Adipositas

Wissenschaftler des Karolinska Institutet in Stockholm haben in einer Studie herausgefunden, dass Männer, die im Alter von 18 Jahren adipös sind, schlechtere Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss haben als normalgewichtige Personen.

Für die Langzeitstudie wurden die Daten von mehr als 700.000 Männern des schwedischen Einwohnerregisters herangezogen, die im Zeitraum zwischen 1952 und 1973 geboren wurden. Weitere Datenquellen waren das Register über die Einschreibung zum Militärdienst, Volkszählungen sowie Erfassungen zu Schulnoten, Bildung und Einkommen. Von Interesse waren hierbei vor allem die Variablen Intelligenzquotient, BMI im Alter von 18 Jahren, Notendurchschnitt nach der neunten Klassenstufe (Alter durchschn. 15 Jahre), Körpergröße, sozioökonomischer Status des Elternhauses, Geburtsland sowie städtisches oder ländliches Wohnumfeld.

Die Auswertung zeigte, dass Personen, die im Alter von 18 Jahren einen BMI von mindestens 30 kg/m² aufwiesen, seltener einen höheren Bildungsabschluss erlangten. Diese Gruppe begann im Durchschnitt seltener mit einem Universitätsstudium und das Studium wurde seltener erfolgreich abgeschlossen. Auch zeigte diese Personengruppe ein schlechteres Notenbild nach der neunten Klasse.

Dieses schlechtere Abschneiden wird unter anderem damit erklärt, dass adipöse Menschen oft in den verschiedensten Bereichen  wie Schule, ärztliche Versorgung und Arbeitsplatz diskriminiert werden und in der Folge meist ein geringeres Selbstbewusstsein entwickeln. So zeigten schwedische Schüler in vergangenen Studien im Schnitt schlechtere Notenwerte, wenn sie einen BMI von mindestens 30 kg/m² aufwiesen, als es ihr Intelligenzquotient erwarten ließ.

Quelle:

Karnehed N., Rasmusen F., Hemmingsson T., Tynellus P. (2006). Obesity and Attained Education: Cohort Studiy of More Than 700,000 Swedish Men. Obesity, 14, 1421-1428.


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