Fallbericht: Lebensbedrohliche Komplikationen bei der Durchführung einer Atkins-Diät

In der englischen Fachzeitschrift „Lancet“ wurde in der aktuellen Ausgabe ein Fallbericht über lebensbedrohliche Komplikationen bei einer 40-jährigen Frau mit Adipositas veröffentlicht, die auf die Durchführung einer Atkins-Diät zurückzuführen sind. Bei der Atkins-Diät wird die Kohlenhydratzufuhr drastisch eingeschränkt, weswegen sie von Ernährungswissenschaftlern und Medizinern als nicht empfehlenswert beurteilt wird. Die Patientin wurde mit der Diagnose Ketoazidose in die Klinik eingewiesen. Diese Störung des Säure-Base-Haushalts mit einem Abfall des PH-Wertes wird durch die erhöhte Konzentration an Ketonen im Blut hervorgerufen. Ketone werden in der Leber während Hungerphasen produziert.

Professor Lessnau von der New York School of Medicine in New York erklärt: „Unsere Patientin hatte eine Ketose auf Grund der Atkins-Diät und entwickelte eine schwere Ketoazidose, wahrscheinlich als ihre orale Nahrungsaufnahme durch eine milde Pankreatitis oder Gastoenteritis beeinträchtigt wurde. Dr. Steffen von der University of Minnesota School of Public Health rät in einem Begleitkommentar des Artikels allgemein von der Atkins-Diät ab. Kohlenhydratarme Diäten seien nach Ansicht des Mediziners nicht gesund, hätten zahlreiche Nebenwirkungen und könnten deshalb von Medizinern nicht empfohlen werden.
Quelle:
Tsuh-Yin Chen et al. (2006) A life-threatening complication of Atkins diet. Lancet, 67, 958.

Link:
http://www.thelancet.com